Kleine Historie des Stierergut
Der Stierer wird schon Ende des 13.Jh.s urkundlich genannt: Abt Heinrich II von Admont (1275 - 1297) erwarb Güter, u.a. in der Ramsau den
Gruber, den Marharter und den "Ruprecht". Das ist der spätere Stierer. Unter dem Namen Ruprecht finden wir den Hof im Urbar von 1434 wieder.
Er zinst zu Michaelis um 5 d mehr als der Knoll, und die 200 Käse, die ihm vorgeschrieben waren, hat er in Geld, 4 Pfund Pfennige, abgelöst.
Auch dem Gstatter Propst hat er mehr abzuliefern als der Knoll. Ca. 1440 setzte der Schreiber dieses Urbars oberhalb von “Item Ruprecht in der
Ramsaw” den Namen “Ekkhart Stürer”. Der Name, möglicherweise durch die Besitzerfamilie zum Hof gekommen, hängt wohl mit der Bezeichnung
des männlichen Rindes zusammen.
1527 lebt Hanns Stuerer mit Ehefrau und einer Ziehtochter am Hof, nach ihm findet sich Paull Stürer, der 1568 ebenfalls über keine Dienstboten
verfügt. Am Ende des 16.Jh.s zinst Stephan Mairhofer von der Stürschwaig. Ihm und seiner Frau Gerdraut folgt 1611 Jacob Schrempf.
Die Stierschwaig wird als Zulehen verwendet und sei"haussässig unter Herrn Sebastian Lämppl zu Pruckh", heißt es im Grundbuch von ca. 1625.
Aus einer Kachl- und Rauchstube, sowie einer Kammer besteht das "wohlbezimmerte" Haus. Im Stall stehen ein Roß und 10 Rinder, dazu besitzt
der Stierer noch 18 Schafe. Ein Holzrecht übt er auf dem Stein im Österreichischen aus, wofür er der Herrschaft Wildenstein Bergmiete zu leisten hat.
Auf Jakob folgt Jörg Schrempf, zu Beginn des 17.Jh.s sitzt Michael Pachler am Gut, am Ende dieses Jh.s wird Hannß Mayrhofer als zehentpflichtig
von der Stierschwaig genannt, und im Theresianischen Kataster von 1757 Thomas Royer als Besitzer des Hofes verzeichnet. 1788 übernimmt
Johann Roier das Stierergut von seinem Vater.
1842 kauft es Johann Simonlechner und übergibt es 1892 Josef Simonlechner. Um 1890 wurde das “Stierer” durch Brand vernichtet. Nach Angaben
von Hannes Simonlehner hat sein Großvater Ersparnisse aus dem Verkauf von Kümmel und dem Transport von Gästen von Schladming in die Ramsau
gesammelt und damit, zusammen mit einem Kredit eines Konsum-Vereins im Salzkammergut, den Wiederaufbau finanziert. 1953 treten Elsa und
Hannes Simonlehner den Besitz an, nach dem plötzlichen
Tod ihres Vaters war Roswitha in seine Besitzhälfte eingetreten. Seit 1994 ist der Sohn von Hannes, Josef Simonlehner, Eigentümer.
Im April 2008 brannte der Stiererhof neuerlich bis auf die Grundmauern nieder. Personen sind Gott sei Dank nicht zu Schaden gekommen.
Nach dem neuerlichen Wiederaufbau, einer damit verbundenen Umstrukturierung und Modernisierung werden ab August 2009 wieder Gäste am Stiererhof beherbergt.